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Landschaftsentwicklung Naturgefahr Agrarstruktur - LAENAS


Veränderung der Landnutzung/Landbedeckung

Im Laufe der letzten 100 150 Jahre hat eine erhebliche Veränderung der Landnutzung und damit auch der Landbedeckung stattgefunden. Bis zu den 50er Jahren war diese Entwicklung vor allem von der Ertragssteigerung in der Landwirtschaft, sowohl hinsichtlich Intensivierung auf der Fläche als auch Ausweitung der landwirtschaftlichen Flächen geprägt. Beginnend mit schlecht erschließbaren und wenig ertragreichen Weide und Almflächen wurden Flächen entweder künstlich wiederbewaldet (aufgeforstet) oder sie wuchsen durch Naturverjüngung zu. Parallel dazu wurden in Gunstlagen (maschinenbefahrbar) nach wie vor Feuchtgebiete trockengelegt, mäandrierende Bäche begradigt oder Hecken und Kleingehölze entfernt um die landwirtschaftliche Nutzung intensivieren zu können.
Andererseits hat seit ca. 15 Jahren der Nutzungsdruck von Seiten der Landwirtschaft auf naturnahe Biotope stetig abgenommen bzw. sich teilweise sogar umgekehrt. Diese Entwicklung wurde einerseits durch Förderprogramme wie z.B. ÖPUL oder durch legistische Bestimmungen (Naturschutzgesetzgebung) als auch durch privatrechtliche Verträge (Vertragsnaturschutz) ermöglicht bzw. verstärkt. In jenen Bereichen in denen bereits eine gute Ausstattung mit Infrastruktur (Bahn, hochrangiges Straßennetz) vorherrschte, stieg der Nutzungsdruck durch Gewerbliche Nutzung, Siedlung und weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Laufe der letzten 50 Jahre erheblich an.

Veränderung der Agrarstruktur und die Folgen auf Landschaft und Naturgefahrenpotenzial
Die Beurteilung der Landschaftsveränderung ist aus der Sicht der Agrarstruktur anders zu bewerten als jene auf das Naturgefahrenpotenzial. Im südlichen Teil des Projektgebietes der vor allem durch Grünlandwirtschaft und Forstwirtschaft geprägt ist, wird die landwirtschaftliche Nutzung zunehmend unwirtschaftlicher. Nicht mehr gemähte bzw. beweidete Flächen werden innerhalb weniger Jahre zu Wald, landwirtschaftlich genutzte Flächen gehen langfristig verloren, wodurch der Charakter der Landschaft erheblich verändert wird. Indirekte und direkte negative Auswirkungen u.a. auf den Tourismus sind zu erwarten.
Ziel ist, Grundlagen für Agrarförderungsmodelle zu erstellen, die den Erhalt der bäuerlichen Strukturen gewährleisten.
Im nördlichen Teil des Projektgebietes dessen landwirtschaftliche Nutzung von einer Mischform aus Ackerbau und Grünland geprägt ist, stehen die Gunstlagen in direkter Flächenkonkurrenz zu gewerblichen Nutzungen, Siedlung und Verkehrswege. Das Ausweichen auf die weniger begünstigten Standorte führt einerseits zu einem Wettbewerbsnachteil der Landwirtschaft und hat andererseits den Nachteil, dass auch in Hanglagen Ackerbau betrieben wird. Insbesondere der Maisanbau ist in diesen Lagen hinsichtlich des Naturgefahrenpotenzials kritisch zu beurteilen, da er Abflussverhalten und Erosion negativ beeinflusst.
Diese, aus der Sicht der Naturgefahrenprävention negative Entwicklung, kann nur über eine fachübergreifende Flächennutzungsplanung beeinflusst werden.


Ziel
Ziel der Erhebung ist es, für die oben angeführten Problemstellungen entsprechende Grundlagendaten zu erhalten. Dabei sollen die Entwicklungen nicht nur statistisch (z.B. Viehstand, Flächenbilanzen der Gemeinde etc.), sondern durch flächenbezogene Auswertungen die Entwicklung der Landschaft räumlich und zeitlich dokumentiert werden.

  • Erfassung der Landschaftsveränderung der letzten 20 Jahre durch Auswertung einer Satellitenbildzeitreihe, mit einem Hauptaugenmerk auf Wald und Grünland
  • Auswertung historischer und aktueller Karten, Katasterdaten und Luftbilder zur Analyse der Veränderung von Landnutzung/Landbedeckung über einen Zeitraum von ca. 130 Jahre. Untersucht werden v.a. landwirtschaftliche Flächen, Fluss- und Bachläufe, Feuchtflächen

Zusammenarbeit mit

Institut für Vermessung, Fernerkundung und Landinformation
Agrarbezirksbehörde Niederösterreich


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