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Lawinen-Informationssystem - Evaluierung von Konzeption und Aufbau

 

Aufgabenstellung

Aufbau eines permanent verfügbaren Informationssystems über die Lawinensituation einer bestimmten Region (z.B. Gebietsbauleitung der Wildbach- und Lawinenverbauung).
Auf Basis von Geländedaten, Wetterdaten und der Erfahrung der Mitarbeiter vor Ort sollen Modelle zur Lawinenprognose erstellt werden.
Bei der Formulierung der Aufgabenstellungen wurde auf die Schwerpunkte Naturgefahren, Risikomanagement einzelner EU-Programme bedacht genommen, um EU-Mittel für den Ausbau lukrieren zu können.

 


Ziel des Projekts waren:

  • Prüfung und Durchführung der Machbarkeit als Grundlage eines auszubauenden Lawinen-Informationssystems
  • Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes (interdisziplinärer, schrittweiser Lösungsansatz) sowohl im Hinblick auf die technische Durchführung und räumliche Aufteilung, als auch im Hinblick auf die Organisation
  • Verbesserung der Datengrundlagen und Informationen für die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV)
  • Aufbereitung der Daten (Bewertung und Interpretation) durch die WLV für die Lawinenkommissionen
  • Abklärung der Methoden, welche am besten verwendet werden könnten, um die verschiedensten Informationen (Lawinenkataster, GZP, Chronik, Wetterdaten, etc.) zu einer Prognose zusammenzuführen
  • Verbesserung (Verdichtung) der Wetterdaten (wo sind derzeit bereits welche Daten für einen Zugriff unter welchen Bedingungen vorhanden; wie z.B. Zentralanstalt, Wetterdienste des Landes, Energieversorger; Datenlücken - mögliche Verdichtung durch eine Wetterstation)
  • Definition einer Standard-Wetterstation
  • Nutzung der bereits teilweise vorhandenen Informations- und Kommunikations-technologie für den Datentransfer (Lawinendaten, Wetterdaten, Datensammelstelle, Interpretation der Daten, Visualisierung); Grundlagen schaffen für den Ausbau des Systems ( Region - Bundesland - Alpen) auch im Hinblick auf ein EU-Projekt bzw. Entwicklung eines Stufenkonzeptes

Methodik

Die Systemkonzeption für das Lawineninformationssystem stellt eine Verbindung von regionaler Prognose auf der Grundlage aktueller Wetter- und Schneedaten und lokaler Prognose auf der Basis genauer Geländedaten, Ereignischroniken und der Ortskenntnis von Fachleuten dar.

Wesentliche Elemente dabei sind:

  • die aktuellen Wetter- und Schneedaten von verteilten automatischen Messstationen,
  • Geländedaten aus den Lawinenaufnahmeblättern, aus eigenen Erhebungen, sowie aus Geländemodellen.

Diese Informationen werden gemeinsam mit alten Ereignischroniken, sowie den laufenden Beurteilungen in einer Datenbank gespeichert und dienen so als Grundlage für weitere Analysen und Prognosen.

Einrichtung einer Wetterstation

Die Wetterstation ist als Pilotstation konzipiert und als solche mit allen relevanten Messsensoren bestückt. Die Anforderungen dazu wurden einerseits mit der WLV (anwendungsbezogene Fragestellungen), andererseits mit dem Institut für Alpine Naturgefahren, Univ. f. Bodenkultur (Dr. Kleemayr), sowie der Fa. Sommer definiert. Im Zuge der Fortführung des Projekts sollen die maßgeblichen Parameter ermittelt werden und daraus die Definition einer Standard-Wetterstation zur Lawinenprognose erfolgen.

Zur Verstärkung des anwendungsbezogenen Aspekts ist der Aufbau und die Führung eines Handbuches bei der Gebietsbauleitung der WLV vorgesehen. Dabei sollen sämtliche Erfahrungen systematisch dokumentiert werden, um bei weitern Neuerrichtungen die erforderlichen Resourcen optimal einsetzen zu können.

Die Wetterstation wurde im Bereich nördliche Sattelalm bei Hallstatt errichtet. Die in der Umgebung befindlichen Lawinenstriche wurden vom Institut für Alpinen Naturgefahren, Univ. f. Bodenkultur (Dr. Kleemayr) aufgenommen. Gemeinsam mit Beschreibungen der Lawinensituation (Fragebogen) durch die Fachleute der WLV soll eine Datenbasis zur Eichung eines Prognosemodells entstehen.

 


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