laufende Projekte   abgeschlossene Projekte   Projektdokumentationen






 


Konzeption und Erstellung eines GIS-Modells für die Regionalstudie "Reichenau an der Rax"

Problemstellung
Die derzeitigen Planungsinstrumente wie Waldentwicklungsplan, Gefahrenzonenplan oder Maßnahmenplanung in Schutzwaldsanierungsprojekten erfassen nur teilweise die unterschiedlichen Ansprüche an den Raum. Gerade für die integrale Betrachtung der Einzugsgebiete fehlt es an Planungsinstrumenten. Um diese Lücke zu schließen, wird versucht, mit regionalen Projekten die multifunktionalen Ansprüche in die Beurteilung des Raumgefüges in Form eines ökosystembezogenen und ganzheitlichen Planens von Schutzmaßnahmen miteinzubeziehen, dies im Sinne eines zukunftsorientierten Watershed Management. Die unbedingte Notwendigkeit der Früherkennung von Naturgefahren und der ganzheitlichen Verbesserung von Ökosystemen führen unerläßlich zu einer Intensivierung der raumordnerischen Aktivitäten im Rahmen des Schutzes vor Wildbächen, Lawinen und Erosion. Mit Hilfe von schutzfunktionalen Landnutzungsplänen in Form von Regionalstudien soll dies erreicht werden.

Geographischen Informationssystemen (GIS), deren Funktionen sich in Datenerfassung, Datenverwaltung, Datenanalyse und Datenausgabe gliedern lassen, eigenen sich hervorragend für die Dokumentation des IST-Zustandes, sowie Analyse und Fortschreibung umweltrelevanter Daten, wie sie praktisch alle Daten der Forstlichen Raumplanung darstellen. Da Beeinflussungen der Umwelt wie Veränderungen, Störungen und Schäden immer einen Raumbezug haben, ist der Einsatz solcher Instrumente sinnvoll und im Sinne der Aktualisierung auch notwendig.


Lösungsansatz
Regionalstudien beziehen sich in der Regel auf eine Region bzw. Talschaft und stellen das Ergebnis der Festlegungen über Art, Grad und Umfang der Gefährdungen dar. Diese Festlegungen beziehen sich insbesondere auf Analysen der geologischen, geomorphologischen und hydrologischen Hangprozesse sowie des Vegetationskleides in Bezug auf dessen Schutzfunktionalität. Auf diesen Grundlagen aufbauend werden Bewertungen im Hinblick auf die Nutzungsverträglichkeit unterschiedlicher Landnutzungen durchgeführt, Vorschläge für die standörtliche Prioritätenreihung der in einer Region vorkommenden Nutzungsarten entwickeltt und damit Vorschläge zur Konfliktsteuerung erarbeitet.

Sozioökonomische Überlegungen bei der Naturraumbewertung im Rahmen des Naturraumpotential-ansatzes bzw. der Naturgefahrenbekämpfung in der jüngsten Zeit stellen hohe Ansprüche. Es genügt nicht mehr den allgemeinen Erfordernissen, bereits erkannte spezifische Gefahrenereignisse (z.B.: bereits ausgelöste Naturkatastrophen) kartographisch darzustellen, sondern es gilt vielmehr potentiell gefährdete Gebiete zu erkennen, entsprechende Nutzungskonflikte zu vermeiden oder zu bereinigen und so präventiv zur Gefahrenvermeidung zu gelangen. Es ist daraus also unbedingt die Forderung nach einem interdisziplinären, ganzheitlichen Gesamtansatz zur Ermittlung des vollständigen Gefahrenpotentials abzuleiten.

Regionalstudie Reichenau an der Rax
In Zusammenarbeit mit Steinwender & Partner GmbH konnte mit diesem Lösungsansatz eine schutzfunktionale Beurteilung der Einzugsgebiete im Gebiet von Reichenau durchgeführt werden.
Der entwickelte Lösungsansatz stellt eine geeignete Basis für weitere Regionalstudien mit unterschiedlichen Schwerpunkten dar.


zum Seitenbeginn